Geschichten rund um Pferd und Hund

Frühlingszeit ist Hufrehezeit

Frühlingszeit ist Hufrehezeit

Auch auf die Gefahr hin das man mir Wiederholungen vorwirft muss ich doch jetzt im Frühjahr noch einmal eindringlich auf das Anweiden hinweisen. Bis vor einigen Jahren war ich ernsthaft der Meinung, dass darüber heutzutage jeder Pferdehalter, Reiter und vor allen Dingen die Stallbetreiber Bescheid wissen. Leider ist dem nicht so. Als Hufpfleger sieht man im Frühjahr immer wieder Pferde mit einem akuten Reheschub bzw. wird als Hufpfleger telefonisch um Rat gebeten.

Bei Hufrehe handelt es sich um eine Entzündung der Huflederhaut. Ohne Behandlung löst sich die Hufkapsel von der Lederhaut. Daher ist SOFORTIGES Handeln notwendig. Und mit sofortigem Handeln meine ich nicht irgendwelche Hausmittel anzuwenden oder den Tierheilpraktiker zu rufen, sondern SOFORT den Tierarzt zu verständigen. Sagen Sie auch am Telefon dem Tierarzt bzw. der Tierarzthelferin, dass die Vermutung von Hufrehe besteht. Nicht das Sie auf Grund eines Mißverständnisses erst einen Termin in ein paar Tagen erhalten. Dann ist es zu spät!!!

Nach diesen eindringlichen und wichtigen Worten aber mal ein paar kleine Tipps, wie man zumindest den ernährungsbedingten Reheschub ohne große Kosten und ohne großen Aufwand vermeiden kann. Das Zauberwort heißt Anweiden, um den Tieren die Ernährungsumstellung zu erleichtern. Bedenken Sie, dass sich der Pferdemagen den Winter über daran gewöhnt hat nur trockenes Futter zu erhalten. Heu oder Heulage. Und dann geht es irgendwann auf die frische, grüne Wiese. Kaum ein Pferd kann sich da beherrschen. Also wird sich die Wampe mit der ungewohnten Kost vollgeschlagen. Das kann nicht gut gehen. Vergleichbar mit einem Menschen, der eine Heilfastenkur macht und sich direkt danach auf dem Oktoberfest an den fetten Speisen bedient. Sowohl Pferd als Mensch vertragen solche Ernährungsumstellungen nicht gut bzw. gar nicht.

Beginnen Sie daher einfach frühzeitig damit, Ihr Pferd langsam an frisches Futter zu gewöhnen. Zu Anfang vielleicht ein paar Minuten am Wegesrand zuppeln lassen, und dann immer weiter sukzessive steigern. Bei schönem Wetter kann man auch schon mal auf die Wiese. Wenn dann der erste Weidegang ansteht, kann man ruhigen Gewissens sein Pferd auf die Weide stellen. Wichtig ist sowohl beim Anweiden als auch beim regulären Weidegang die langsame Steigerung der Dauer.

Übrigens noch eine kurze Anmerkung zum Thema Rehe. Neben den ernährungsbedingten Reheschub gibt es auch noch die Belastungsrehe. Ausgelöst durch eine Überlastung des Tieres. Meist liegt es an harten Böden, auf denen das Pferd lange gelaufen ist. Auch eine (indirekte oder direkte) Schonhaltung des Pferdes weil ein Bein schmerzt, kann Belastungsrehe an den anderen Hufen auslösen.

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