Geschichten rund um Pferd und Hund

Giftiges Heu

Kann man Heu und Silage unbedenklich verfüttern? Oder muss man fürchten, sein Pferd mit Giftpflanzen zu belasten?
Zur Zeit wird mal wieder vor Giftpflanzen im Heu gewarnt. Das Problem beim Heu ist (bitte nicht lachen) der getrocknete Zustand. Denn getrocknete Pflanzen riechen und schmecken eben vollkommen anders als frische Pflanzenteile. Das ist für uns Pferdeliebhaber nicht unbedingt eine weltbewegende Neuheit. Wer hat nicht schon mal genüsslich geschnuppert, wenn frisches Heu geliefert (oder gepresst) wurde?
Aber gerade zur Heuernte ist die Giftigkeit von vielen Giftpflanzen (Jakobskreuzkraut, Herbstzeitlose und Eisenhut) besonders hoch. Auf der Weide haben die Tiere zumindest noch die Möglichkeit einen Bogen um diese Pflanzen zu machen. Im Heu dagegen können Pferde nicht mehr selektieren.
Welche Möglichkeiten haben wir als Pferdehalter? Ich für meinen Teil habe einen sehr zuverlässigen, kundigen und verantwortungsbewussten Stallbetreiber. Da kann ich mich auf die gute Qualität des Heus verlassen. Und das ist im Grunde genommen die einzig brauchbare Lösung. Ein verantwortungsbewusster Stallbetreiber wird schon aus Eigennutz auf die Qualität seiner Wiesen achten. Und dazu gehört eben auch die Unkrautvernichtung. Wer sein Pferd an einem Stall stehen hat, wo schon auf der Wiese Giftpflanzen lustig vor sich hinwachsen, der kann kaum erwarten, das sein Pferde gutes Heu bekommt. Und ganz nebenbei gesagt: Wer schon bei den Wiesen so schlampig (ja fast schon gefährlich) agiert, von dem kann man ja wohl kaum in anderen Bereichen ein verantwortungsbewusstes Verhalten erwarten.
Ein weiterer Tipp ist die Nutzung von Silage. Im Laufe der Produktion und Lagerung von Silage werden eine Vielzahl von Giftstoffen abgebaut. Da ist man (zumindest was das Gift angeht) auf der sicheren Seite. Meiner Ansicht nach ist das aber kein Grund auf Silage umzustellen. Bei leichtfuttrigen Pferden sowieso ein Problem möchte ich nicht auf minderwertige Silage umsteigen, nur weil die Gifte abgebaut sind. Die einzig richtige Lösung ist die richtige Pflege der Weiden. Dann erhält man hochwertiges Heu und hochwertige Silage.
Zu guter Letzt noch eine gute Nachricht. Jakobskreuzkraut ist erst ab etwa 30 kg der Pflanze tödlich. So viel dürfte wohl kaum ein Pferd auf der Wiese finden und dann auch noch fressen. Da gibt es bestimmt wohlschmeckendere Pflanzen auf einer Wiese. Aber bitte nicht falsch verstehen. Ich möchte hier nicht verharmlosen. Bereits 50 bis 200 g als Tagesdosis können langfristig bereits zu Leberschäden führen.

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