Geschichten rund um Pferd und Hund

Bitte keine Flexileine

Auch als Nichthundehalter werden Sie wahrscheinlich wissen was man unter dem Begriff Flexileine versteht. Das sind diese aufrollbaren Hundeleinen, meist zwischen 5 und 10 Metern lang (aber auch noch länger), die man auf Knopfdruck aufrollen, abrollen oder arretieren kann. Der Grundgedanke dieser Leinen ist dem Hund ein Gefühl zu vermitteln, dass dem Freilauf recht nahe kommt und gleichzeitig per Leine die Kontrolle über den Hund zu behalten. Im Grunde mache ich nichts anderes, wenn ich mit unserem Bronco in der Stadt unterwegs bin. Wir benutzen eine leichte, 3 Meter lange Leine. Dadurch muss Bronco nicht die ganze Zeit „bei Fuß“ gehen und kann auch schon mal etwas vor laufen oder zurück bleiben. Ich benötige zwar beide Hände für das Händeln der Leine, das ist bei der Länge aber kein Problem. Zumal ich darauf achte, immer einen direkten Kontakt zu meinem Hund zu halten. Denn ich führe ja in und nicht umgekehrt 😉 . Im Wald, Feld und Wiese benutze ich gar keine Leine, da bekommt Bronco seinen notwendigen, täglichen Freilauf und auch das „bei Fuß gehen“ üben wir hier ohne Leine.

Die Flexileine hat mir persönlich nämlich viel zu viele Nachteile. Ich gebe Ihnen mal ein paar Beispiele. Ihr Hund schlendert lässig vor Ihnen her und Sie halten locker die Flexileine in der Hand. Auf einmal sieht Ihr Hund irgendetwas interessantes und möchte gerne dahin rennen. Spontan spurtet er ungebremst los bis das Ende der Rolle erreicht ist. Dann reißt er Ihnen entweder die Leine aus der Hand mit dem Erfolg, dass sich die Leine wahrscheinlich irgendwann in einem Baum oder Strauch verfängt und die Geschwindigkeit Ihres Hundes spontan auf Null reduziert. Da kann man nur hoffen, dass er sich nicht das Genick bricht. Ähnlich ist es, wenn Sie es schaffen die Flexileine fest zu halten. Denn dann übernehmen Sie die Rolle des Gestrüpps und verrenken sich dabei hoffentlich nicht die Hand. Und kommen Sie mir jetzt nicht mit dem Argument, dass Sie ja die Rolle der Flexileine schon vorher abbremsen können. Wenn ein Hund richtig „Gas gibt“ müssen Sie schon sehr schnell sein um den entsprechenden Knopf zu drücken. Ganz arm sind übrigens diejenigen Hundehalter dran, die meinen mal eben die in die Leine greifen zu müssen. Trockene Verbrennungen durch Reibung tun ganz schön weh!

Aber es gibt auch noch weitere Argumente gegen die Flexileine.
Zuerst einmal fehlt der direkte Kontakt zum Hund. Denn die Leine ist ja dafür da den Hund zu führen. Und das kann man eben nicht auf 10 Meter Entfernung. Im Grunde ist meine 3-Meter-Leine da schon etwas zu lang für. Die Hundeleine soll ja zur Sicherung des Hundes beitragen. Bei einer kurzen Leine ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Hund auf die Straße rennt praktisch gleich Null. Bei einer ausgefahrenen Flexileine haben Sie überhaupt gar keinen Einfluß darauf, wenn Ihr Hund plötzlich zur Seite rennt weil auf der anderen Straßenseite eine nette Pudeldame Gassi geht. Da kann man nur hoffen, dass gerade kein Auto vorbei kommt.
Das Argument, dem Hund auch an der Leine ein Stück Freiheit bieten zu können, lasse ich übrigens auch nicht gelten. Jeder der seinen Hund regelmäßig Freilauf im Wald bietet kann über einen Freilauf von 5-10 Metern an der Flexileine nur herzhaft lachen. Wenn Bronco am Waldrand aus dem Auto springt legt er innerhalb von ein paar Sekunden 50 – 100 Meter zurück. Das ist Freiheit!

1 Kommentar

  1. Werner:

    Was du über die Flexleinen erzählst ist richtig.
    Jedoch gibt es wie immer eine Ausnahme.
    Wir haben zwei Hunde.
    Einer läuft immer ohne Leine und hört gut.
    Ein zweiter kommt aus Spanien und ist so selbstständig, dass er trotz Gewöhnung und Ausbildung immer wieder mal weiterläuft, nicht abhaut. Er vergisst einfach, das Herrchen und Frauchen existieren. Eine Schleppleine können wir nicht benutzen, da wir auch häufig die Pferde dabei haben, und diese immer auf die Leine treten. Daher benutzen wir die Flexleine zusammen mit einem K9-Brustgeschirr und haben damit gute Erfahrungen gemacht.

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