Geschichten rund um Pferd und Hund

Stacheldraht immer noch beliebt beim Weidebau

Und leider nicht nur in diesem Bereich wie ich zu meiner großen Überraschung in der letzten „Mein Pferd, April 2012“ las. Unter der Überschrift „Experten fordern Stacheldrahtverbot“ las ich zu meiner großen Verwunderung, das das Veterinäramt Pferdehaltern die Nutzung von Stacheldrahtumzäunungen verbieten kann. Die feine Betonung liegt auf dem Wort „kann“. Liegt also offensichtlich auch noch im Ermessensspielraum des jeweiligen Mitarbeiters. Ich persönlich war doch wirklich so naiv zu glauben, dass Stacheldraht mittlerweile vollkommen verpönt sei. Denn nicht nur Pferde, sondern auch Kühe, Wildtiere und natürlich auch Menschen können sich da derbe verletzen. Im Artikel ist nachzulesen, dass sich das Thüringer Oberverwaltungsgericht grundsätzlich gegen den Stacheldraht als Einfriedung für Pferde ausgesprochen hat. Folglich sei (solange kein übergeordnetes Gericht anders entscheidet) Stacheldraht nicht verhaltensgerecht und somit verboten.

Meiner Meinung nach tragen die Pferdehalter allerdings zu einem großen Teil Mitschuld. Unser eigenes Pferde stand noch NIE auf einer Weide, die mit Stacheldraht eingezäunt war. Das wäre für uns ein absolutes KO-Kriterium. Bereits bei der Besichtigung des Hofes, der Stallungen und der Umgebung würde ich sofort den Hof verlassen, wenn ich irgendwo Stacheldraht sehen würde. Und bei Schröddelecken mit Bauschutt und sonstigem Müll verhält es sich genauso. Die Verletzungsgefahr ist einfach zu hoch. Und ein Stallbetreiber, der dieses Risiko wissentlich in Kauf nimmt ist nicht der richtige Mensch, bei dem ich mein Pferd unterstellen würde. Schade das nicht alle Reiter und Pferdehalter so konsequent sind. Denn dann würde es wahrscheinlich keinen Stacheldraht mehr auf deutschen Weiden geben.

Aber die gewerblich tätigen Tierschützer, Pfleger und Heger (ich denke gerade an die Förster und Jäger) sind ja noch viel schlimmer als die Bauern. Die haben ja keinerlei Hemmungen Zäune mitten durch den Wald zu ziehen und den dann auch noch mit Stacheldraht zu bewähren. Wildtiere sind da noch viel schlechter dran. Die haben kein Herrchen oder Frauchen, welches sich um die schlimmen Wunden kümmern. Und am schlimmsten ist es, wenn der Zaun nach einigen Jahren umfällt, eingerissen ist und nur noch eingerissene Frakmente des Zauns im Wald stehen. Und das sind dann alles tierliebe Menschen, die sich bewusst einen Beruf mit Tieren ausgesucht haben. Das kann man wohl nur mit viel Ironie ertragen.

Schauen Sie sich mal das folgende Foto an.

Draht als Falle im Wald

Der runtergetretene Draht ist doch wohl für jedes Tier eine Stolperfalle. Und wenn sich da noch ein Wildtier drin verfängt, kann man ja fast schon von einer Schlingfalle reden. Und ich war so naiv zu glauben zumindest in Deutschland wären Schlingfallen verboten.

Noch gemeiner und auch für Menschen gefährlich ist das zweite Beispiel, welches ich aufgenommen habe.

Draht als Falle im Wald

Können Sie den Stacheldraht erkennen? Er befindet sich etwa in einen Meter höhe. Nicht auszumalen welche Verletzungen der Draht bei spielenden Kindern verursachen kann, wenn die mit dem Hals davor rennen. Und bei (Wild-)Tieren verhält es sich ebenso.

Übrigens war das wohl mal ein Maschendrahtzaun der an der Oberkannte mit Stacheldraht bewehrt wurde. Warscheinlich um eine Neuanpflanzung zu schützen. Warum der Zaun zusätzlich noch mit Stacheldraht versehen wurde liegt wohl in der deutschen Seele. Viel hilft viel und was wir Deutschen machen, dass machen wir ja richtig. Leider nicht beim Tierschutz.

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