Geschichten rund um Pferd und Hund

Was macht eigentlich Bronco

Seit meinem letzten Bericht vom 18.08.2010 sind ja jetzt schon mehr als drei Monate vergangen. Ich hatte mir zwar vorgenommen und auch im Blog versprochen regelmäßig zu berichten. Aber irgendwie ist das ein wenig untergegangen. Daher vielen Dank an Jenny für die nette Nachfrage und die Anregung.

Also die Welpenschule hat sich mittlerweile erledigt. Einerseits war das sowieso auf eine bestimmte Anzahl von Teilnahmen festgelegt. Und außerdem ist Bronco dafür mittlerweile auch zu groß. Und ganz genau genommen waren wir da auch nicht so glücklich mit der Organisation und den Umgangsformen der Trainer. Mittlerweile mussten wir leider die Erfahrung machen, das es sehr viele „selbsternannte“ Hundetrainer gibt, die reichlich Blödsinn erzählen und sich auch noch gegenseitig widersprechen. Leider sind diese Hundetrainer so von sich überzeugt, das sie auch wirklich den größten Blödsinn mit einer Überzeugungskraft von sich geben, das man wirklich geneigt ist daran zu glauben.
Empfehlung: So wie in alten Studententagen, Literaturstudium. Aber bitte nicht wieder auf irgendwelche Hundetrainer eingehen sondern ein Fachbuch von einem studierten Biologen oder Verhaltensforscher. Empfehlen kann ich die Bücher von Günther Bloch (Grundlagenforscher an frei lebenden Wölfen) oder Dorit Urd Feddersen-Petersen (Verhaltenwissenschaftlerin, Schwerpunkt Caniden).

Wie aber hat Bronco sich entwickelt? Also seine Kondition ist mittlerweile recht gut. Meine Frau nimmt Ihn täglich mehrere Stunden mit zum Reitstall. Da hat er seine feste Freundin, mit der er immer rumtobt. Und natürlich auch immer mit den Spaziergängern, die einen Hund dabei haben. Bronco ist ein sehr netter und lieber Hund, der offen auf Menschen und Hunde zugeht und schnell Kontakte knüpft. Leider gibt es sehr viele verhaltensgestörte Hunde (knurren, bellen, an der Leine zerren, den Wilden machen, usw.), aber zum Glück auch ganz viele tolle Hunde, mit denen sich spielen und toben lässt. Ich habe auch die Beobachtung gemacht, das sehr kleine Hunde am meisten Stress machen. Keine Ahnung, ob es an der Körpergröße liegt (Minderwertigkeitskomplexe?) oder am Verhalten der Hundehalter. Auf jeden Fall haben ich beobachtet: Je größer der Hund, desto weniger Stress. Eine Ausnahme bilden Welpen. Mit denen spielt Bronco immer sehr gerne. Und wenn Sie wesentlich kleiner sind als er auch entsprechend vorsichtig. Letztens begegnete uns ein Dogge die sogar etwas jünger war als Bronco. Ein riesiges Tier, das im „Schweinsgalopp“ auf uns zugerannt kam. Sah wirklich toll aus und die beiden haben dann auch relativ lange miteinander gespielt.

Letztens berichtete ich von einem Hundetrainer, der empfahl im das Bellen beizubringen um Ihm anschließend das Kommando Still zu lehren. Der Schuss ging nach hinten los, das kann ich nicht weiter empfehlen. Grund der ganzen Aktion war ja die Angewohnheit jeden mit Bellen zu begrüßen. Das wollten wir Ihm abgewöhnen. Leider hat Bronco das Bellen sehr schnell gelernt, das „nicht Bellen“ konnten wir Ihm aber nicht beibringen. Mittlerweile begrüßt er die Leute und Hunde auf der Straße nicht mehr mit Bellen. Insofern hat sich das Problem von alleine erledigt. Das einzige, wo er wirklich noch anschlägt, ist wenn er in unserem eingezäunten Vorgarten sitzt. Da werden dann immer noch viele Leute und Hunde mit Bellen begrüßt. Im Vorgarten macht er das allerdings erst, nachdem wir Ihm das Bellen beigebracht haben. Naja, der Tipp war wohl nix.

Das Slalomgehen kann Bronco mittlerweile sehr gut. Seit meinem letzten Bericht hat sich da einiges getan. Wir üben das ab und an auf unseren Spaziergängen und es macht uns beiden viel Spaß.

Als neue Übungen haben wir (überwiegend meine Frau) damit begonnen Bronco am Pferd zu führen. Zu Anfang beide (Pferd und Hund) an der Leine. Mittlerweile Pferd an der Leine, Hund frei laufend. Und Bronco ist sogar schon beim Reiten frei neben dem Pferd hergelaufen. Wirklich vollkommen problemlos. Je früher man mit solchen Übungen anfängt, desto besser reagiert der Hund darauf und gewöhnt sich die gewünschten Verhaltensweisen an.

So, das war es. Habe ich etwas vergessen? Ach ja, eine Übung haben wir noch eingeführt. Nämlich das „Zähne zeigen“. Nee, nicht was sie jetzt vielleicht denken. Bronco soll kein Kampfhund werden. 😉 Aber es ist wichtig, das er sich im Notfall (zum Beispiel vom Tierarzt) problemlos am Kopf, den Augen und insbesondere den Zähnen rumfummeln lässt. Zu diesem Zwecke nutze ich immer unser gemeinsames Frühstück. Um zu vermeiden das Bronco sich das Betteln am Tisch angewöhnt bekommt er prinzipiell erst dann etwas, wenn wir Menschen mit dem Essen fertig sind. Das klappt gut und er hat sich sehr schnell daran gewöhnt. Als kleine Belohnung für seine Geduld bekommt er nach dem Frühstück dann immer etwas Besonderes. Und diese kleine, besondere Belohnung habe ich dazu genutzt, Ihm die Augen zu säubern und seinen Fang zu untersuchen. Das klappt wirklich ganz toll. Und unsere Tierärztin hat letztens nicht schlecht gestaunt, als Bronco auf das Kommando „Zähne“ bereitwillig seine Schnauze aufmachte.
Übrigens kann ich das Füttern nach dem Essen sehr empfehlen. Wir waren mittlerweile mehrmals in Restaurants essen und Bronco benimmt sich stets tadellos. Er legt sich bereitwillig unter den Tisch, da er ja aus Erfahrung weiß, das es am Tisch nichts gibt. Ich lasse mir dann immer die Reste einpacken, so das er Zuhause dann auch noch seine (verspätete) Belohnung erhält.

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