Geschichten rund um Pferd und Hund

Tiermessies erobern langsam aber sicher den Pferdebereich

Sicherlich sind auch Ihnen in der aktuellen Berichterstattung der Tagespresse die Tiermessies aufgefallen. Irgendwelche selbsternannten Tierfreunde, die in absolut nicht akzeptabler Weise Tiere in großen Mengen halten. Hunde und insbesondere Katzen sind da sehr beliebt. Zuletzt war jemand in der Presse präsent, der mehrere tausend Wellensittiche frei in seiner Wohnung hielt. Schon schlimm, wenn solch falsch verstandene Tierliebe genau das Gegenteil bewirkt. Denn in solchen Fällen kann man ja schon mit Fug und Recht von Tierquälerei sprechen. Auch wenn die Betroffenen das meist anders sehen und wenig Einsicht zeigen.

Anlass dieses, meines Beitrags war allerdings ein Gespräch mit dem von uns regelmäßig beauftragtem Tierarzt. Der war nämlich von unserer Stallbetreiberin (Bäuerin) gerufen worden um ein verwahrlostes Pony, welches über Umwegen zu Ihr an den Stall kam, zu versorgen. Dies nahm ich zur Gelegenheit unserem Pferd die zufällig fällige Impfungen zu verpassen. Unter dem Motto: Wenn er denn mal gerade da ist. 🙂

Wie auch immer, wir kamen ins Gespräch und ich berichtete von einer mir bekannten Pferdehaltern, die um die 10 (Sie haben richtig gelesen: zehn) Pferde hielt. Davon kein einziges reitbar, kein Geld für die regelmäßige Hufpflege und schon gar nicht für den Tierarzt.
Daraufhin berichtete der Tierarzt über seine Beobachtungen, nach denen immer mehr vermeintlich tierliebe Menschen Pferde halten (man beachte den Plural) ohne über auch nur ansatzweise über die notwendigen finanziellen Mittel zur Versorgung der Tiere zu verfügen.

Wie kommt so etwas? Naja, ich persönlich bin davon überzeugt, dass es an übertriebener Tierliebe liegt. Hört sich zwar im ersten Augenblick schräg an, aber die Tierliebe möchte ich den betroffenen Menschen wirklich nicht absprechen. Es ist ja auch schwierig ein Pferd irgendwo unter schlechten Haltungsbedingungen leiden zu sehen. Der Wunsch dieses Pferd zu erlösen und es selber aufzunehmen zeugt sicherlich von einem guten Charakter. So weit, so gut.

Aber als intelligenter Mensch und insbesondere wenn man Erfahrungen mit Pferden hat sollte man schon etwas weiter denken. Denn ein verwahrlostes Tier aufzunehmen ist schon eine sehr große Belastung. Nicht nur für den Geldbeutel. Denn bei einem verwahrlostem Tier kann man erst einmal den Tierarzt für eine Einstiegsuntersuchung kommen lassen. Und die üblichen Impfungen kann man bei der Gelegenheit auch sofort durchführen lassen. Meist ist dann noch etwas an den Zähnen (Stichwort Spezialfutter) und die Huf haben meist auch schon lange keinen Hufschmied/Hufpfleger mehr gesehen. JEDER der ein heruntergekommenes Pferd aufnehmen möchte sollte sich darüber im klaren sein, dass man gerade in der Anfangszeit tief in den Geldbeutel greifen muss. Und Zeit sollte man auch reichlich haben!

Bei einem Tier mag das Ganze ja noch funktionieren. Problematisch wird es dann, wenn Sammelwut hinzu kommt. Denn beim zweiten Pflegefall hat man die gleichen Einstiegskosten. Und natürlich zusätzlich noch die Kosten für das erste Pferd, welches ja auch regelmäßig geimpft werden muss, die Hufe gemacht werden müssen, usw. Über Stallmiete, Stroh und Heu, usw. wollen wir hier mal gar nicht reden.

Nun ja, bis hierher sind das alles Punkte, über die man sicherlich auch anderer Meinung sein kann und über die man bestimmt auch gut und ausgiebig diskutieren kann. Obwohl, wenn ich es recht überlege kann man selbst da nicht drüber diskutieren. Wissen Sie was ich persönlich aber wirklich zum Kotzen finde? Wenn diese „tierlieben“ Menschen auch noch Zustimmung erheischen wollen, weil Sie ja das „arme“ Pferd aus den schlechten Haltungsbedingungen gerettet haben. Mein Gott, kann man verblendet sein.

Zum Reiten ist das allerdings alles nichts. Wer wirklich Spaß und Interesse am Reitsport hat, der ist mit einem gesunden, belastbaren Pferd welches auch reitbar ist sicherlich besser bedient. Und seine tatsächliche Tierliebe zeigt sich dann, wenn das Pferde nach Jahren nicht mehr reitbar ist und trotzdem noch gut versorgt seinen wohlverdienten Lebensabend verleben darf. Das nenne ich wahre Tierliebe. Unsere Stute haben wir von Geburt an, sie ist mittlerweile 17 Jahre alt, immer noch reitbar und wird mit Sicherheit weder beim Schlachter noch bei irgendwelchen Tiermessies landen.

1 Kommentar

  1. Gastleser:

    Kenn jemanden mit weit ūber 100 pferde

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