Geschichten rund um Pferd und Hund

Archiv: Juli 2011

Lieferzeiten bei Reitsportzubehör

Als Kunde wundert man sich ja schon das ein oder andere Mal über lange oder ungenau angegebene Lieferzeiten. Da fragt man sich doch allen ernstes, was denn die Einzelhändler da so veranstalten. Aber jetzt muss ich doch mal für mich, aber auch für viele meiner Berufskollegen, eine Bresche schlagen.

Ich verfüge über langjährige Erfahrungen im Einzel- und Großhandel in verschiedenen Branchen. Zur Zeit betreibe ich einen Onlineshop für Hufpflegeprodukte und Hufschutz. Und was in dieser Branche so abläuft, da kann man des öfteren nur mit den berühmten Ohren schlackern (hier im Ruhrgebiet ein Synonym für vollkommen unverständliche Dinge).

Ein ständiges Ärgernis sind Hufschuhe aus Amerika. Nein, nicht weil der Weg über das große Meer so lang ist. Sondern leider, weil die Großhändler offensichtlich nicht professionell arbeiten. E-Mails werden oftmals erst nach einiger Zeit beantwortet, Aufträge eher schleppend bearbeitet und wann denn dann mal die Ware verschickt wird, steht in den Sternen. Das man als Großhändler einen gewissen Lagerbestand hat, davon haben die Herrschaften wohl noch nichts gehört. Dies dem Endverbraucher zu erklären, dass bleibt dann dem Einzelhändler vorbehalten.

Aber in Deutschland ist es nicht viel besser. Mittlerweile warten wir seit fast vier Wochen auf ein Hufpflegemittel. Alleine der Arbeitsaufwand, nachzuhalten welchen Kunden man noch fehlende Artikel nachsenden muss, ist immens. Und über die zusätzlichen Versandkosten wollen wir beim Preiswettbewerb im Internet der Höflichkeit halber kein Wort verlieren.

Reicht Ihnen das als Beispiele? Ich kann noch einen drauf setzen. Und zwar sind wir mitten in der Saison, die Insekten freuen sich Ihres Lebens. Was wird da wohl am meisten von den Kunden nachgefragt? Richtig, Fliegen- und Insektenschutz. Sie wissen das, mir ist es ebenso bekannt. Nur nicht einigen Großhändlern. Die können nämlich (genau wie im letzten Jahr) keine Fliegenmasken mehr liefern. Manchmal habe ich das Gefühl, wir als „kleine Einzelhändler“ sind die einzigen, die einen Lagerbestand führen. Den größeren Händlern ist es offensichtlich egal (Lagerkosten minimieren) und die Großhändler sollten sich Ihr Lehrgeld zurück geben lassen.

Wenn Sie also das nächste mal bei einem kleinen Einzelhändler etwas länger auf Ihre Ware warten müssen haben Sie etwas Geduld und vor allem Mitleid. Der Einzelhändler ist das letzte Glied in einer langen Kette und muss die Fehlentscheidungen und das Missmanagement anderer mit ausbaden.

Nachtrag vom 25.09.2011
Es gibt übrigens auch positive Beispiele. Namentlich möchte ich hier wegen der wirklich professionellen Arbeit die Firma Dallmer. Ein wirklich guter Service, schnelle Lieferungen, kompetente und motivierte Mitarbeiter. Da macht das Leben als Einzelhändler wieder Spaß.
Und aus Amerika importieren wir jetzt direkt. Praktisch wenn man einen guten Freund in Amerika hat. 😉

Tiere als Verbrauchsmaterial

Nicht nur in Deutschland gelten Tiere ja bekanntlich als Sache. Und so werden Sie zum großen Teil auch weltweit behandelt. Nämlich wie ein Konsumgut, welches nach Benutzung einfach entsorgt wird. Dabei ist es im Grunde vollkommen egal, ob es sich um Nutztiere handelt, um Wildtiere oder um Haustiere. Manchmal muss man sich schämen zu der Gattung Mensch zu gehören. 🙁

Jeder regelmäßige Leser dieses Blog weiß ja, dass unser Bronco aus Spanien ist. Als Nachkomme einer Schäferhündin hätte er wahrscheinlich sein Welpenalter nicht überstanden. Die Schwangerschaft war nämlich ein Unfall und was mit ungewollten Hunden und Katzen in Spanien normalerweise geschieht, brauche ich hier ja wohl nicht weiter auszuführen.

Die Alternative zum Tier aus Spanien besteht darin, sich ein Tier aus dem deutschen Tierheim zuzulegen. Dort werden überwiegend ältere Tiere abgegeben. Wem das Alter also egal ist, der findet hier unter Umständen schon gut sozialisierte Hunde. Allerdings leider auch zu recht hohen Preisen —- pardon, das ist ja kein Kaufpreis sondern eine Kostenerstattung. Mir persönlich einfach zu hoch für ein adultes Tier, welches schlecht zu vermitteln ist. Dann doch lieber einen Welpen aus Spanien, der komplett geimpft und gechipt ist und auch noch weniger kostet.

Auf Grund dieser Vorgeschichte beobachte ich „so nebenbei“ ganz gerne mal die Lage der Tiere in Spanien. Und da bin ich auf Mallorca aufmerksam geworden. Dort gibt es eine Tierhilfe, die auch im Internet mit einer eigenen Tierhilfeseite vertreten ist. Die dort aktiv mitarbeitenden Leute im Ort Ses Salines sollen sogar ein eigenes Tierheim dort betreiben. Wenn Sie Interesse daran haben, einen Hund aus Spanien ein neues Zuhause zu geben, recherchieren Sie doch einfach mal nach Tierhilfen im Internet. Dort finden sich vielfältige Angebote.